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Weg durch das Chaos

...durch das Chaos
...durch das Chaos
...durch das Chaos
...durch das Chaos

 

 

 

Anstatt eines Vorworts

 

"... Aus dem Nichts erschienen Licht und Dunkel, verflochten sich in einem tödlichen und ewigen Tanz. Sie fochten auf gleicher Augenhöhe, wobei jeder Millionen Siege errang und unzählige Niederlagen erlitt...

Und plötzlich erreichte die Konfrontation ihren Höhepunkt...Die Blase, die sich an dem Ort, wo die Naturgewalten sich vereint hatten, gebildet hatte, konnte nirgendwohin und explodierte, wobei sie die Sterne bis in ihre Grundfesten erschütterte, sie in Rotation versetzte und alle Säulen des Weltengebäudes auf den Kopf stellte. Durch den Raum rasten Wellen, die alles vernichteten, die alles niederrissen, was ihnen im Wege lag und in Staub ohne Vernunft verwandelten - ins Chaos.

Ohne Ordnung und grausam, ohne Vernunft und Unordnung säend, ließ das Chaos lediglich die Götter am Leben. Den höheren Wesen blieb nichts anderes übrig, als eine neue Welt zu schaffen..."

Genauso hätte ein phantasiebegabter Geschichtsschreiber die Schaffung der jetzigen Welt beschrieben. In der Tat war der Weg durch das Chaos etwas prosaischer entstanden, doch damit auch etwas ... unverständlicher.

Es gab keine Konfrontation der Naturgewalten, es hatte keine Explosion im Weltmaßstab stattgefunden, sondern es geschah an einem ganz normalen Tag, der sich in nichts von den anderen unterschied. Irgendeine Vernunft hatte das Chaos geschaffen und es, natürlich, mit Vernunft versehen. Unverständlich und unergründlich, doch auch weise, mysteriös und interessant.

Der Nachkomme seinerseits wollte kein amorphes faules Wesen bleiben und begann, nach seinem Ermessen zu schaffen. Vielleicht der Erfahrung wegen, vielleicht des Vergnügens wegen, aber eher wahrscheinlich rein banal aus Langeweile.

Natürlich ist jedem klar, dass jedes der Schöpfungswerke des Chaos einen Hang zum Bauen hat. So machten sich auch zwei Wesen daran, eine Welt nach ihrem Ermessen zu schaffen, zudem ziemlich rasch und interessant, doch davon später ...

 

Kapitel 1

 

- Verflucht! - knurrte der Krieger und spuckte widerlichen Sand aus.
Der Mann erhob sich auf seine Füße und reinigte den Harnisch von dem Dreck, der zu so ungelegener Zeit daran klebte. Er reckte seine Schultern, zog einen Lappen aus der Tasche hervor und wischte damit seinen blitzblank rasierten Schädel ab und wäre fast gegen einen in der Luft hängenden Stein, der seiner Form nach an eine Hantel erinnerte, gestoßen.

- Was für eine Sauerei! - konnte der überraschte Krieger nur noch hervorbringen.

- Da sagst du was! - ließ sich plötzlich von der Seite eine Stimme hören.
Dort stand noch ein Mann, dessen Konstitution ihn als Krieger auswies. Der das sagte, versuchte mit seinen Händen einen dieser in der Luft schwebenden geleeartigen Würmer von giftgrüner Farbe zu fangen, dies allerdings ohne Erfolg.

- Hör mal, Hochverehrter. Hast du eine Ahnung, wie ich hierher geraten bin, und was das für ein seltsamer Ort ist? - fragte voller Erstaunen der Glatzköpfige.

- Das gleiche hatte ich dich fragen wollen, hatte nur abgewartet, bis du zu dir kommst. Augenscheinlich hatte es dich ganz schön umgehauen, rund vier Stunden hast du da gelegen! - parierte der Wurmfänger.

Aber der Ort war in der Tat seltsam. Eine Sonne, die in allen Farbspektren tanzte und sich veränderte... Kristalle, die direkt aus der Erde hervorwuchsen, nur wie Stalaktiten, das heißt, sie verjüngten sich zum Boden hin... Einige Bodenschichten verschiedener Färbung, die mit der Zeit ihre Orte änderten...

Ein Himmel, aufgeteilt in mehrere Abschnitte, wobei in jedem aus Stücken ein Tag dargestellt war: in einigen loderten blutrote Farbtöne des Sonnenuntergangs, in anderen weiche Farben des Sonnenaufgangs, dritte rühmten sich mit grellleuchtenden Sternen vor einem nächtlichen Himmel, aus vierten schlugen gleißende Mittagsstrahlen, wobei jedes der Stücke ihre Lichtreflexe auf die Welt schleuderte und dabei in der Luft den zauberhaften Anblick von Farben bot...

Fliederfarbene Wolken hingen dicht über den Köpfen und vertrieben kleine fliederfarbene Wölkchen mit achatfarbenen Äderchen...

Der Boden erbebte von Zeit zu Zeit, wurde von Spalten durchzogen, die mit fürchterlicher Geschwindigkeit wuchsen, kaum sah man hin, und schon hatte sich ein Loch in eine Bergschlucht verwandelt, doch die Schäden wurden in unfassbarer Weise verdeckt, als kleine Felsen, umringt von einem weichen Licht, darüber hinflogen...

Hügel, bewachsen mit den erstaunlichsten und unbekannten Bäumen und Gehölzen, schwankten von der einen auf die andere Seite...

Irgendwelche Lianen, die direkt in der Luft hingen...

An einigen Plätzen war das Gras verbrannt; manchmal traf man auf Bodenflecken, die mit grünem Gras bewachsen waren. Anderswo bestand die Erde aus kompaktem Lehm...

Beide Krieger standen mit weit aufgerissenem Mund da und blickten frech auf die Wunder dieser Welt.

Man konnte den Eindruck gewinnen, als ob irgendein wahnsinniger Künstler, der mit leichter Hand schöne, aber utopische Welten zeichnet, alle Bilder in eine Tonne geschüttet hätte, sorgfältig umgerührt und das Gemisch, das aus all seinen Phantasien besteht, ausgeschüttet hätte. Die Welt lebte ihr Leben, wobei sie sich ständige änderte in dem Wunsch, sich nicht zu wiederholen.

Es kam ein leichter widerlicher Nieselregen auf, und beide Krieger bewegten sich, ohne eine Verabredung vorher darüber getroffen zu haben, zu einer seltsamen Konstruktion hin, die auf einem dünnen Schilfrohr stand: es ähnelte einem Schneckenhaus, doch mit einer Durchgangsöffnung in ihrem Zentrum. Von unten führte zu diesem Gebilde, das allen physikalischen Gesetzen spottete, eine Treppe, wohin sich auch die Menschen bewegten.

Nachdem sie in einen kleinen, aber ziemlich dunklen Raum gelangt waren, versuchte einer von ihnen ein Streichholz zu entzünden, woraufhin er von einer ganzen Myriade von Fledermäusen attackiert wurde, die augenscheinlich unter der Decke gehangen hatten. So mussten sie, ohne Deckung gefunden zu haben, fluchtartig den Raum verlassen, und sie stürzten in ... Schnee.

Ja, ja, Sie haben sich nicht verhört, draußen fiel der echteste weiße und funkelnde Schnee. Das Wetter hatte sich drastisch verschlechtert, und von dem warmen Wetter davor war fast nichts übrig geblieben. Die Kälte kam aus jeder Ecke und von unten heraus. Und wenn auch die Schneeflocken die Krieger nicht besonders beunruhigten, so sorgte der Hagel, der begann, auf die Harnische zu trommeln, doch für verständliche Unruhe.

In dem Beschluss, nicht weiter das Schicksal zu versuchen, blickten beide sich blitzartig nach einem mehr oder weniger sicheren Unterschlupf um, der - auf seltsame Weise - fest auf dem Boden stand. Nachdem Sie sich unter einem über ihren Köpfen hängenden Berghang verkrochen hatten, konnten sie endlich Atem holen und ein paar Worte wechseln.

- Ja, wegen all dieser Widrigkeiten haben wir noch nicht Gelegenheit gefunden, uns bekannt zu machen! - brachte zähneklappernd der Glatzköpfige hervor und streckte seine Hand aus,
- Nenn mich einfach Nalfo!

- Nimd - stieß der andere hervor, wobei er sich vor Frost, der unter seine Kleidung drang, krümmte,
- Sehr angenehm. Vermutlich sitzen wir beide hier für längere Zeit fest.

- Wie kommst du zu solch einer Schlussfolgerung?

- Damals, als du so hilflos und bewusstlos dagelegen bist, hatte ich Gelegenheit, die Umgebung etwas in Augenschein zu nehmen und musste feststellen, dass nichts mit einem Weg oder wenigstens einem Trampelpfad Vergleichbares zu finden ist. – entgegnete Nimd unbeeindruckt

- Aber ich bitte dich - keine obszönen Scherze. Wenn ich ohne Bewusstsein dagelegen habe, heißt das doch, dass irgendetwas ziemlich Starkes mich flachgelegt hat. – versuchte ihn Nalfo in Verlegenheit zu bringen.

- Mich hatte ebenfalls irgendetwas flachgelegt. Die Frage ist doch, was es gewesen ist.

- Und was denkst du?

- Ich kann nur raten.

- Das ist ziemlich schlecht.

- Ich denke gar nicht daran, mir dir zu streiten, obwohl ich das mag.

- Versuch‘s nur! – drohte Nalfo in die Luft.

- Immer mit der Ruhe! - lächelte der zweite,
- Mit Streit werden wir nichts klären..

- Gut, abgemacht! Und was sind deine Vorschläge für die Zukunft?

- Man kann eher vermuten, als Vorschläge machen.

- Oh, du magst auch Rätsel.

- Ich zerfließe vor Vergnügen darüber. Doch nichtsdestoweniger wage ich es zu sagen. Etwas hat uns hier unverschämterweise hinausgeworfen. Wer und mit welchen Ziel - das ist mir nicht bekannt.

- Das klingt wenig tröstlich – seufzte Nalfo.

- Ja, zu lachen gibt´s da nichts! Doch man muss sich bemühen, einen Ausweg zu finden. Sonst werden wir hier in dieser verrückten Welt bis zum Sankt Nimmerleinstag festhängen..

Und so blieb auch die Antwort aus. Da er nicht ganz bei der Sache war und nicht richtig das Gewicht von dem einen auf das andere Bein verlagern konnte, rutschte Nalfo auf dem Eis aus, in das sich die feuchtnasse Erde nach dem Frosteinbruch verwandelt hatte. Ein Sturz war nicht zu vermeiden, und der Krieger, der mit dem Getöse seiner Harnische alle hiesigen Lebewesen aufschreckte, krachte auf das Eis.

Nimd, ein Spaßvogel, bekam einen Lachanfall. Der Gestürzte geriet in Wut, winkte fluchend mit seiner Hand in Richtung des lachenden und fast stürzenden Mannes.

Unerwartet, doch zur rechten Zeit, hatte der Sturz das Leben des zweiten Mannes gerettet, denn aus den Fingern von Nalfo schoss ein Blitz und flog direkt über den Kopf des außer Rand und Band geratenen Spaßvogels. Das Lachen gefror auf der Stelle, und beide Krieger blickten sich an...

 

Die folgenden Stunden trainierten sie beide wie ein Mann, um aus ihren Fingern irgendetwas außer Blitze herauszuziehen, und sie schreckten die hiesige Tierwelt auf mit ihren lang gezogenen Feuerstrahlen, mit dünnen Eissplittern, die einen lebenden Körper durchschlagen können, mit Miniatur Windhosen, die Luft aufwirbelnd wie einen Haufen Herbstblätter. Sie spielten ausgelassen mit der Kraft, die ihnen plötzlich, doch auch rechtzeitig zugefallen war.

Die Ötlichkeit erinnerte einen an eine Neujahrsfete, brennend und überflutet mit allen möglichen Farben der Magie. Einer von ihnen schoss über das Ziel hinaus und ließ durch eine Energiebündelsalve einen Stein, der dem anderen gefallen hatte, zerschmelzen.

Wer der Schuldige war, ist zuverlässig unbekannt, doch das ist auch nicht so wichtig. Tatsache ist, dass der Verehrer des Monuments an dieses Geschöpf der Natur herantrat, um es mit den Fingern zu streicheln in der Hoffnung, irgendwie damit den Schmerz des seelenlosen Gegenstandes zu lindern.

Und es geschah, was geschehen musste: der Stein begann sich wiederherzustellen, und die Wunde war im Nu wieder verheilt. Die Kämpfer verstanden blitzartig, welche verlockenden Möglichkeiten diese Fähigkeit zu einem originellen Bau auf dieser Welt, aus der sie so keinen Ausweg finden konnten, in sich barg. Unverzüglich waren die ersten Pflastersteine gelegt, die erste Hütte gebaut, die als Unterschlupf dienen musste.

Die Schöpfer trainierten ihre magische Kraft und lernten mit der Zeit sogar, die Veränderungen des Chaos vom Bauplatz abzuwenden. Nicht ganz, aber doch immerhin merkbar. Die Stadt breitete sich wuchernd aus, wie nach frischer Luft Dürstende, wie Pilze nach einem Regenguss

 

Zwischenspiel

 

Unsere Stadt entwickelt sich langsam und unbeirrt, umgeben jeden Tag mit großen und kleinen, nichtsdestoweniger notwendigen Ereignissen. Aus den anfänglichen Pflasterwegen, dem Weg durch das Chaos - denn genauso hatten die Götter entschieden, ihre Schöpfung zu nennen - war eine Siedlung mit einigen notwendigen Bauten geworden.

Allmählich trafen neue Menschen ein. Oh nein, sie waren nicht Geschöpfe der Schöpfer, sondern das vernünftige Chaos hatte auf irgendeine Weise gefühlt, dass das Örtchen zum Leben nicht nur solche braucht, die fähig zur Schöpfung sind.

Je mehr die Stadt sich ausbreitete, desto mehr Leute kamen.

So einfach es ist die Tage sitzend zu verbringen, so uninteressant ist es, zudem noch aus dem Grunde, weil das Chaos irgendwie in den Neuankömmlinge den Drang, sich zu duellieren, einflößt. Und das tun sie auch mit großem Vergnügen. Doch nicht allein der Drang, sich zu duellieren, lässt die Leute miteinander kämpfen.

Je öfter ein Mensch als Sieger aus den Zweikämpfen hervorgeht, desto stärker wird er. Das ist vollkommen gesetzmäßig. Und nicht allein der Wunsch, der Stärkste unter den Stärksten zu sein, führt unwiderruflich zu Kämpfen, sondern auch eine Tatsache von nicht geringer Bedeutung.

Je Wahl Kampferfahrung verleiht das Chaos jedem ein astrales Wesen, das im Volksmund einfach und unaufdringlich –mon, abgekürzt "MN", gerufen wird. Indem er einen Teil seines "MN" abgibt, kann jeder, der es wünscht, in speziellen Eingangsläden Energie gegen Harnische oder Waffen eintauschen. Und es versteht sich von selbst, dass, je besser und effektiver die Rüstungsgegenstände sind, es umso angenehmer ist Zweikämpfe zu führen.

Auf irgendeine unzugängliche Weise können einige Persönlichkeiten ihr materielles Wesen abgeben, vergleichbar dem besagten "euromon", oder abgekürzt "EMN". Im Unterschied zu jenen, die lediglich das "MN" einsetzen, führen die glücklichen Besitzer des "EMN" ihre Tauschaktionen direkt über die Götter durch oder über deren Vertreter, wobei sie die besten Dinge mit allen Vorzügen, die sich daraus ergeben, erhalten.

Es ist ein Ding der Unmöglichkeit zu sterben, sollte man auch vom Gegner bestialisch verprügelt werden. Jeder, der eine Niederlage erlitten hat, stellt mit der Zeit wieder seine Kräfte her, und siehe da: schon ist er vollständig für neue Abenteuer bereit.

Oft passiert es so, dass während eines normalen Kampfes oder während des Müßiggangs ein Mensch sich in die Luft erhebt und erstarrt, wobei er keine Lebenszeichen mehr von sich gibt. Entweder ist dies das ausgelassene Spiel des Chaos oder er schafft es nicht, auf alles gleichzeitig aufzupassen und in freier Wahl beendet er den Kontakt mit sich selbst, was dem Verstand, der in unserer Welt lebt, notwendig ist.

Das sieht malerisch und lustig aus, doch einen "Ausgeschlossenen" darf man nicht schlagen, man kann lediglich nach Abzug der ermittelten Zeit des Zweikampfs den Schiedsrichter davon in Kenntnis setzen, dass der Mann bereits seit längerer Zeit nicht mehr kämpft und man dadurch für sich das als ordentlichen Sieg anrechnen lassen kann, um so mit der Zeit die notwendige –MN zu erhalten.

Zeitweise, was allerdings nicht außerhalb es Kampfes geschieht, ändern die Kämpfenden ihr Äußeres, wobei sie aber einzigartig und wiedererkennbar bleiben.

Und wer will da sagen, dass das Chaos nicht seinen eigenen Sinn von Humor hat? Unstreitig, originell, aber auch zur Genüge fesselnd.

Wie es sich auch gehört, ändert sich das Wetter in unserer Welt ziemlich oft, doch solange unsere Stadt klein ist, sind die Götter in der Lage, ein verstärktes magisches Schild über den Köpfen aller Versammelten zu halten. Was auch immer, ob nun Regen oder Nebel, jede Laune des Wetters hat seinen ästhetischen Charakter.

Ohne jeden Zweifel werden bei einer Erweiterung des Weges die Schöpfer einfach nicht mehr in der Lage sein, die Wetterbedingungen unter Kontrolle zu halten. Wer weiß schon, ob das gut oder schlecht sein wird?

Einerseits kann man einen Haufen Glück haben und genau dann den Hieb ausführen, wenn der Gegner auf der (für ihn) ungelegenen, mit einer Eisschicht bedeckten Erde ausrutscht.

Andererseits wird es sehr unangenehm sein, einen Sieg, den man praktisch schon in seinen Händen hält, fahren lassen zu müssen, indem man mit dem Hammer einen Schlag auf den Kopf bekommt, genau dann, wenn ein Regenguss einem unter den Helm fließt und einem die Sicht nimmt.

Wie sagt man doch: Kommt Zeit, kommt Rat.

Bisweilen geschieht ein Unglück, woran sogleich die ganze Welt leidet. Wellen von Erschütterungen durchdringen das Chaos.

Während dieser Zeit können alle Bewohner, darunter auch die Götter, in der Luft hängen. Jedoch können sie im Unterschied zu den einfachen Bürgern ihre Seelen freilassen und dabei versuchen, die durch das Chaos rollende Welle zu stoppen.

Die Wellen hören gewöhnlich auf, können jedoch trotzdem einige unangenehme Minuten bereiten, wenn du nicht deinen Körper kontrollieren kannst, allein auf die Gnade des Schicksals hoffend.

Oft kann man über der Stadt Dämmerungsschatten dahinschweben sehen. Das sind jene, die gegen die Gesetze des Weges durch das Chaos verstoßen haben, und die durch die Vertreter des Gesetzes konserviert wurden und dabei ihren materiellen Körper eingebüßt haben. Häufig auf ewig, bisweilen aber können sie sich rechtfertigen und kehren zu ihrer normalen und interessanten Existenz zurück.

Wer verspürt schon freiwillig den Wunsch, allen Reizen des Lebens zu entsagen und über den Köpfen zu schweben, dabei nicht in der Lage zu sein, irgendetwas zu ändern und dabei missmutig auf die quirligen Glücklichen schauen zu müssen?

Ein unabdingbarer Bestandteil unserer Existenz ist der Umgang mit anderen. Jemand teilt sich lebhaft mit, erfährt dabei für sich irgendetwas Neues, ein anderer dagegen sitzt düster dreinschauend herum und schweigt, sagt hier und da irgendetwas Nichtssagendes. Oft laufen solche Gespräche in der Form ab, daß man den Eindruck gewinnen kann, als kämen sie aus einer anderen Welt. Doch wo sind diese Welten? Sie sind nicht zu sehen, können vielleicht die Götter eine plausible Antwort geben?

Nichtsdestoweniger machen über andere Scheinwelten sowohl interessante Angaben als auch rein erfundene Geschichten oder Märchen die Runde. Zum Beispiel über Welten, in denen es überhaupt keine Magie gibt. Könnt ihr euch so was vorstellen?

Nun gut, man kann vermuten, dass sich keine talentierten Zauberer gefunden haben, die befähigt waren, Wände mit einer Bewegung ihrer Augenbraue zum Schmelzen zu bringen, oder dass die einheimischen Bewohner bislang noch nicht die feine Fähigkeit zur Magie in sich entdeckt hatten. Das ist doch was.

Doch eine der letzten Phantastereien über eine gewisse Welt lautet, dass die Menschen sich dort unter der Erde direkt innerhalb metallischer Würmer fortbewegen! Ist denn ein solches ohne Magie möglich!? Das ist doch lachhaft! Und dass im Kopf des Wurms ein Zauberer sitze, der diese ganze Missgeburt steuere. Ja, und sogar dann, wenn es dort Magie gäbe, so wird sich doch kein Zauberer, der sich selbst achtet, mit so etwas befassen (und zudem noch unter der Bedingung, dass es dafür eines ziemlich starken Zauberers bedürfte).

Die Aufgabe eines Zauberkünstlers besteht doch darin, im magischen Astral zu schweben, aber nicht darin, jemandem, der es wünscht, eine Durchreise zu gewähren! Oftmals besteht die erfundene Geschichte darin, dass jene, die in einer Welt ohne Magie leben, mittels irgendwelcher seltsamer Phone auf telepathische Weise kommunizieren.Das sind irgendwelche furchtbaren Dinge, mit denen man höchstens Säuglinge erschrecken kann! Und wie können jene, die über keine Magie verfügen, sich der Telepathie bedienen, ja und dann noch auf diese seltsame Art?

Was ist mit ihnen? Beten sie etwa ein Stück Kreide an? Hirngespinste...

Tja, bei uns vergnügt man sich auf vielerlei Art. Jemand bittet demütig einen Schmied, wobei er ohne Gegenleistung die vom Chaos erworbene –MN ausgibt, ihm auf sein Schwert irgendeinen der Form nach seltsamen Satz zu prägen, um damit vor allen, die es wünschen oder nicht, mit seinem Geist zu prahlen.

Andere kaufen Blumen und verschenken sie. Hierbei kann jeder, der es will, sich an der Aufschrift ergötzen, die auf dem Zettel, der dem Strauß beigelegt wurde, steht. Wie kommt das? Vermutlich haben die Götter entschieden, dass geschenkte Blumen und Souvenirs allen zugänglich sein müssen, der Schönheit wegen.

Und obgleich die Welt derzeit noch klein ist, entwickelt sie sich doch weiter. Denn jeden Tag liegen die Götter im Kampf und transformieren das Chaos in einen Weg, wobei sie alles dafür tun, dass es mehr Menschen gibt. Damit die Menschen interessant leben können, und es ihnen nicht langweilig ist...


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