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Die Götter waren, wie an jedem anderen Tag, mit der Transformation des Chaos in einen ordentlichen Weg befasst.
Man kann nicht sagen, dass dieser Tag sich besonders stark von der ganzen Anhäufung ähnlicher Tage unterschied.
Nimd und Nalfo hatten ein ordentliches Stück des Weges angelegt. Friedlich schwankte das Chaos, wobei es mit langen Wellen seitlich
des Weges zerrann. Lilagrünlichfarbene Blitze leuchteten geräuschlos über den Köpfen auf und färbten die im Rücken stehende Stadt.
Auf dem schmalen Weg von der Stadt zum Bauplatz bewegten sich Fuhren mit Steinen, Sand und Balken aus Holz und Metall.
Mit besonderem Können und Beharrlichkeit fluchten die Fuhrleute, wobei sie die überaus faulen Pferde zur Eile antrieben.
Wie Zeugen berichteten, saß Nalfo hinter einem Tisch, der über und über mit unzähligen aufgeschlagenen und in eine Röhre
zusammengerollten technischen Zeichnungen bedeckt war. Er wischte sich den Schweiß mit der Hand von der Stirn
(die Zeit reichte nicht einmal dafür, um unter Einsatz von Magie sich der lästigen, ins Auge tropfenden Flüssigkeit zu entledigen)
und hockte über irgendwelchen Zeichnungen. Arbeit gab es in der Tat genug. Ab und zu zerriss er, Gott, mit großer Sorgfalt die
gemachten Zeichnungen, lehnte sich in den Stuhl zurück, zündete sich eine Pfeife an, kräuselte lustig die Stirn,
blies einige Ringe in die Luft und machte sich erneut an die Zeichnungen. Nimd fuchtelte geschickt mit seinen Armen herum und beschrieb
damit magische Pässe. Aus seinen Fingern schossen rote Blitze, die in alle Hindernisse hieben, die das Chaos dem Bau in den Weg
gestellt hatte. Steinblöcke, die in nicht allzu großer Entfernung in der Luft schwebten, wurden von jedem Schlag aufgewirbelt,
flogen weg, stießen einer gegen den anderen, versammelten sich wieder und bildeten wieder neue Hindernishaufen.
Einer der Fuhrleute, der darauf wartete, dass man seinen Karren entlud, konnte sehen, wie Nalfo Nimd zurief, er möge kommen.
Dann machte er sich daran, etwas zu erklären, wobei er auf die Zeichnungen zeigte. Die Götter unterhielten sich fast eine Stunde
über irgendetwas mit flüsternder Stimme und beendeten die Arbeit am Ende des Tages...
In dieser Nacht flammte hinter der Stadt ein Feuerschein der schöpferischen Magie auf: Die Götter mussten mit etwas Ernsthaftem befasst sein;
welche Magie zum Einsatz kam, ist uns nicht bekannt, doch die Kraft der eingesetzten Beschwörungen war gewaltig, und das konnten alle
fühlen: von groß bis klein. Allerdings behaupteten einige Augenzeugen, die in dieser heiteren Nacht keinen Schlaf finden konnten,
einige Silhouetten gesehen zu haben, die sich in Richtung Stadt auf den Weg gemacht hatten. Zweifelsohne hätten zwei der Silhouetten,
nach Aussagen der Zeugen, den Göttern gehört, sie könne man mit niemandem verwechseln, doch da gab es noch einen Dritten, der seiner
Größe nach sogar die ersten beiden überragt habe. Ein scharfsichtiger Bürger, der auch Blitze von Magie hatte gesehen haben wollte,
und einen dritten Unbekannten, stellte die Vermutung an, dass die Götter sich die ganze Nacht über gerade mit der Schaffung dieses
Unbekannten befasst hatten. Das ist durchaus möglich, warum auch nicht? Denn wir leben doch in einer Welt der Wunder...
Und da ist noch ein Umstand von nicht geringer Wichtigkeit, der durchaus ein Licht auf die Reihe der mysteriösen Umstände werfen könnte:
es war schon mehr als eine Woche seit dem Zeitpunkt vergangen, als mit einem der Bauarbeiter eine einerseits komische, doch auch andererseits eine Geschichte, die einem das Herz stocken lassen kann, passiert war. Dieser verantwortungslose Arbeiter hatte nach
Beendigung des Arbeitstags (Bau eines Gebäudes) dem Elja so stark zugesprochen, dass er selbst nicht mehr merkte, wohin ihn die Füße
trugen. Natürlich kann man in einem solchen Zustand nicht lange gehen, und er nickte bald ein. Aber als er aufwachte, da stellte sich
seinen Augen folgendes Bild dar: beide Götter, voll aufeinander abgestimmt und mit sicherer Hand arbeitend, hielten eine ganze Schar von Wesen auf, die
dem Bauarbeiter unbekannt waren. Und wie viele ihrer waren: mit Flügeln und Hörnern, mit Schleim bedeckt, mit großen Zähnen
bewaffnet, und solche, die krochen ... Es sah nicht so aus, als ob die Götter verloren hätten, doch auch sie hatten zu kämpfen.
Der schnell wieder nüchtern gewordene "Held" versuchte erst gar nicht, genauer zu beobachten, was dort vor sich ging, sondern er machte
sich Hals über Kopf in die Stadt davon. Einige Bewohner behaupteten, dass sie noch eine ganze Woche lang hätten sehen können, wie einer der
Götter, ganz mit Ruß und Blut bedeckt, in die Stadt geeilt sei, um magisches Zubehör zu besorgen. Es hatte schon den Anschein, als
ob der oben erwähnte Kampf sich eine ganze Woche hinzog und offensichtlich, für die Götter kein Zuckerschlecken war. Es kann sein,
dass aus diesem Grunde die Götter auch einen dritten Unbekannten geschaffen haben; denn das geschah doch fast unmittelbar nach diesem
schrecklichen und blutigen Kampf?...
Der Bewahrer des Chaos begab sich in eines der Unwetter, die immer häufiger nach dem siebentägige Gemetzel zwischen den Göttern und
Kreaturen, über das, zu unserem Leidwesen, bislang nichts bekannt ist, vorkamen. Er verfolgte ein Ziel: erkunden, was in den Tiefen des
Chaos vor sich geht und versuchen. die Ursache für diesen Angriff zu finden. Hinter ihm blitzten in unendlicher Folge Blitze auf,
zerschnitten dabei das sich verändernde Himmelsgewölbe und erzeugten dabei ein Getöse, das Tausenden von Bergstürzen glich.
Immer häufiger taten sich Abgründe, welche die Erde zerteilten, auf; gefährlicher und gefährlicher wurden die Sprünge des Helden.
Die Erde warf Falten wie die Haut alter Leute, und der Boden wurde immer schlammiger. Der Bewahrer fühlte, dass man ihm folgte, dass
Augen aus der Dunkelheit zu sehen waren, die aus den Schluchten furchterregend Blitzten, verborgen in den Höhlen, doch es gelang ihm
nicht, in näheren Kontakt mit einem der Besitzer zu kommen. Doch der Krieger war nicht ohne Kalkül und schenkte den Beobachtern keine
Bedeutung, bis sich eine günstige Gelegenheit bot. Und man darf vermuten, dass so ein Augenblick eingetroffen war. Dem Bewahrer
gelang es, einen Pechvogel von Aufklärer, der sich in einer der Bergspalten versteckt hatte, aufzulauern. Er erinnerte sich an die
Erzählungen der Götter und kam zum Schluss, dass das einer von jenen sein musste, die unlängst an dem Kampf auf Seiten des Gegners
teilgenommen hatten. Das Monster dachte natürlich gar nicht daran, so einfach aufzugeben. Es entbrannte ein Kampf. Dem Krieger gelang
es ziemlich rasch, sein Schwert in den Kopf des Monsters, wenn man, natürlich, das einen Kopf nennen kann, zu stoßen. Doch genau in
diesem Augenblick zerfiel das unterworfene Ungeheuer zu Staub. Der Bewahrer war auf keine Begegnungen ähnlicher Art mehr aus. Er setzte
seinen Weg weiter fort, ohne auf die neugierigen Augen weiter zu achten, als er plötzlich einen seltsamen Laut hörte. Der Krieger
blieb stehen, legte die Hand auf den Griff seines Schwertes und suchte nach der Quelle dieses Klanges. Der Klang wiederholte sich,
und der Bewahrer begann, sich um sich zu drehen und in alle Richtungen zu schauen. Als der Klang sich bereits zum dritten
Mal wiederholte, begriff der Held, dass er über sich suchen müsse. Und in der Tat, ein Dutzend Meter über der Erde, in einer
Entfernung von rund 50 Meter, stand etwas, was entfernt an eine menschliche Gestalt erinnerte. Der Bewahrer beschloss, dass in solch
einer Entfernung die Silhouette keine Gefahr darstellen könne, und er bewegte sich weiter vorwärts. Die Figur verschwand in diesem
Augenblick.
Nach rund zwanzig Minuten erhob sich auf dem Weg ein Berg mit einem kleinen Eingang, und der Bewahrer unternahm sogleich den Versuch,
sich der Höhle zu nähern, an deren Eingang genau die gleiche Figur sich erhob. Es war nicht möglich, den Besitzer genauer anzuschauen,
da aus der Höhle ein Licht strahlte, das dem Sonnenlicht ähnelte, nur nicht so grell, was die Augen irritierte. Die Silhouette machte
einen Schritt vorwärts, und der Bewahrer packte sein Schwert. Der Unbekannte näherte sich dem Krieger, wobei er salopp sein Schwert
nach links und rechts schwenkte.
Die Klinge des Gehenden zerhieb leicht ein junges Bäumchen, so als böte es gar keinen Widerstand.
- Halt! - sagte mit leiser Stimme der Bewahrer. – Womit hab ich Dich gestört?
Es wurde klar, dass die Gestalt einem Mann gehörte, zudem einem Krieger, was der Körperbau verriet, der in nichts dem des Bewahrers nachstand.
Die Frage veranlasste den Unbekannten nicht einmal die Augenbraue zu heben. Der Krieger hielt das Schwert vor sich, wobei die Klinge auf die
Brust des Unbekannten zielte.
- Bislang verspüre ich nicht den Wunsch, mit dir zu kämpfen, - sprach der Held weiter. – Keinen Schritt weiter!
Der Feind nahm die Kampfposition ein, und mit einer leichten Bewegung hieb er die Klinge des Bewahrers weit zur Seite.
Der Held blockierte den direkten Ausfall des Feindes und führte eine Attacke aus, die vom Unbekannten leicht pariert wurde,
und er setzte seinen Angriff fort.
- Ich begreife nicht, - stieß der Bewahrer hervor und wehrte den nächsten Angriff ab.
Der Feind griff weiter an, wobei er kein Wort sagte, der Held aber hielt die Stellung, indem er seine Beine gegen die Erde stemmte,
und begann, mit schnellen Bewegungen zu fechten, wobei er versuchte, eine ungeschützte Stelle zu finden. Die Bewegungen des Feindes nahmen an
Geschwindigkeit zu, und der Bewahrer begann, erneut sich zurückzuziehen, um den tödlichen Ausfällen zu entgehen.
- Können wir reden? – machte er erneut den Versuch, ihn anzusprechen.
Als Antwort kam kein Laut, und erneut musste der Bewahrer die Angriffe parieren und den Rückzug antreten, der Gegner erwies sich zu seinem Erstaunen als
stark, nicht vergleichbar mit den hirnlosen Monstern. Auf dem Rückzug hätte er beinahe zwei Hiebe passieren lassen.
Der Gegner focht einfach hervorragend. Die Schönheit und der aggressive Kampfstil ließen den Bewahrer wissen, dass er es zum ersten Mal mit
so einem gnadenlosen und starken Feind zu tun hatte.
Der Held sprang plötzlich zurück, und außerhalb der Reichweite der Klinge des Gegners warf er sich vorwärts. Hierbei handelte es sich um ein
klug durchdachtes Manöver, und dem Bewahrer gelang es, mit seiner Klinge die Schulter des Gegners zu treffen. Jedoch jener verschwendete keinen
Augenblick auf diese Schramme und setzte seinen Angriff fort. Die Hiebe des Feindes prasselten dichter und dichter hernieder, und da, der erste
Hieb, der seine Deckung durchdrang, anschließend, ein zweiter. Die Sache begann, eine ziemlich unangenehme Wendung zu nehmen. Das Blut tröpfelte
beim Bewahrer aus den Knien und dem rechten Arm, mit dem er, zu allem Unglück, auch noch fechten musste. Plötzlich war von oben ein Krachen
zu hören, und dem Helden, der im Nu reagierte, gelang es noch, zur Seite zu springen. Dem Unbekannten aber, der genau in diesem
Augenblick eine seiner Attacken ausführte, gelang es nicht mehr, das Gewicht seines Körpers auf das andere Bein zu verlagern, und er wurde
von einem Findling, der von oben heruntergerollt war, begraben. Der Bewahrer konnte auch den anderen Steinen, die wie Regen von
oben herunterprasselten, ausweichen. Da es nicht bei ihm Usus war, einen solch gefährlichen Feind am Leben zu lassen, hob er seine Klinge,
um den Kopf des Feindes, der unter dem Stein hervorragte, zu durchbohren. Doch mit genau derselben Schnelligkeit wie die fliegenden Steine,
sausten von oben Wesen mit solch einem schrecklichen Äußeren nach unten, die einen an Frauen gemahnten, doch übersät von schwarzen
Flügelfortsätzen waren. Ein Teil der Monster packte den Findling, der den Feind unter sich begraben hatte, und hob ihn in die Höhe, während die
andere Hälfte behänd den riesigen Leib packte und ihn mit einer Geschwindigkeit, die kaum für das Auge wahrnehmbar war, hinwegtrug...
Dem Bewahrer blieb nichts weiter zu tun übrig, als in die Stadt zurückzukehren, und seine ziemlich unangenehmen Wunden zu versorgen und ...
auf die Rache des Unbekannten zu warten. Mit diesem Feind und dessen sagenhafter Begleitung allein klarzukommen, war praktisch ein Ding der
Unmöglichkeit, und er, der von den Göttern erschaffen worden war, der Bewahrer des Chaos, war zurückgekehrt, um die Bewohner des "Weges" auf
einen schnellen und tödlich-gefährlichen Kampf vorzubereiten...
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